Lebenslauf


Am 12. Januar 1984 bin ich im Kantonsspital Nidwalden in Stans geboren. Jetzt sind bereits beinahe dreissig Jahre vergangen. In diesen drei Jahrzehnten durfte ich viele schöne Sachen erleben und wertvolle Erfahrungen machen. Ein wichtiger Teil meines Lebens ist der Skisport. Ich habe mein Leben nach ihm ausgerichtet. Er hat mich im Gegenzug auch als Person geprägt und geformt.

 

Als Sohn eines Oberstufenlehrers und einer Primarlehrerin bin ich mit einer Schwester und drei Brüdern in Beckenried aufgewachsen. Die Familie war und ist ein sehr wichtiger Teil von mir und ein wichtiger Ort der Entspannung und des Rückzugs.
Beckenried, zwischen Berg und See wunderschön gelegen, war ein idealer Platz zum Aufwachsen. Im Sommer konnten wir im See baden, beim SC Buochs Fussball spielen, auf dem schönen Sandplatz in Beckenried Tennis spielen oder uns in der Natur austoben. An Möglichkeiten fehlte es nicht. Im Winter dominierte aber von Anfang an das Skifahren auf der Klewenalp.

 

Bereits im Alter von drei Jahren lehrte mich mein Vater auf zwei Brettern den Hang hinunterzufahren. Es dauerte nicht lange, bis ich im Winter beinahe jede freie Minute auf der Klewenalp verbrachte. Da tobte ich mich entweder mit Kollegen beim Freifahren aus oder trainierte mit der JO Beckenried oder bei den freiwilligen Trainings mit Freund und Förderer Ueli Metzger.

 

In der JO-Zeit (damals bis 15 Jahre) zeigte ich auf regionaler Ebene gute Resultate, konnte aber national noch nicht ganz mit der Spitze mithalten. Kein Wunder, schliesslich reichte es mir auch beim Beckenrieder Schülerrennen nur einmal aufs Podest… Eine Tatsache, mit der ich heute noch manchmal aufgezogen werde. 😉
Mit Bewunderung verfolgte ich, wie z.B. die heutigen Kollegen Patrick Küng oder Schmid Mike an den nationalen Meisterschaften dominierten. Ich trainierte fleissig weiter und konnte in den ersten Fis-Jahren einen Schritt nach vorne machen. Von dieser Zeit an hielt ich auch national mit der Spitze meines Jahrganges mit.

 

Nach der obligatorischen Schulzeit entschied ich mich für eine Berufslehre als Elektromonteur. Mein Lehrbetrieb, das Gemeindewerk Beckenried, unterstützte mich nicht nur beruflich, sondern stand auch sportlich immer hinter mir.
Den Skisport und die Lehre unter einen Hut zu bringen, war nicht immer einfach. Es war eine sehr wertvolle Zeit, die mich in Sachen Selbstdisziplin viel lehrte.
Im Anschluss an die Lehre absolvierte ich die Spitzensportler-RS in Andermatt/ Magglingen und konzentrierte mich fortan voll und ganz auf den Skisport. Dank einem super Umfeld und guten Gönnern und Sponsoren konnte ich mich als „Vollprofi“ auf die jeweils bevorstehenden Winter vorbereiten.

 

Die Skikarriere dauert nicht ewig, das bin ich mir bewusst. Deshalb habe ich im Verlauf der Jahre auch weitere Zusatzausbildungen absolviert. Immer unter der Voraussetzung, dass es meinen Trainingsalltag nicht beeinflusste, erlangte ich mit AKAD-Selbststudium-Lehrgängen das CAE Englisch Diplom, das Bürofach- und schlussendlich das Handelsdiplom.

 

Ein erstes Highlight meiner internationalen Karriere war die Teilnahme an der Europäischen Jugendolympiade in Vuokatti (Finnland) im Alter von 17 Jahren. Da lernte ich zum ersten Mal auch die Herren Küng, Gini und Franzen näher kennen. Mit Marc teile ich nun seit Jahren im Weltcup-Zirkus das Zimmer und auch mit Patrick verbindet mich immer noch eine schöne Freundschaft.

 

In meiner Jugend durchlief ich alle Nachwuchs-Kaderstufen vom ZSSV Kader über die Interregion Mitte bis zur Junioren-Nationalmannschaft. An den Junioren-Schweizermeisterschaften gewann ich im Slalom, Riesenslalom und Super-G Medaillen. Für einen Titel reichte es mir aber nie.
Obwohl ich mein erstes Fis-Rennen im Alter von 20 Jahren im Riesenslalom gewann, entwickelte ich mich im Verlauf der Jahre immer mehr zu einem Slalom-Spezialisten. Zum Einen war ich in dieser Disziplin einfach besser, anderseits musste ich aufgrund gesundheitlicher Probleme während zwei Wintern (Infekt, Bandscheibenvorfall) Prioritäten setzen, wodurch der Riesenslalom etwas zu kurz kam und ich daher weiter stagnierte.
Heute fahre ich nur noch Slalom, nutze aber die Möglichkeit des Riesenslalomtrainings, um mich auch in meiner Spezialdisziplin weiterzubringen.

 

Mit meinem ersten Weltcup-Einsatz in Adelboden 2008 ging für mich ein Bubentraum in Erfüllung. Auf der grossen Bühne zu starten, war immer eines meiner Ziele. Beim ersten Rennen schied ich im ersten Lauf aus, beim zweiten Versuch in Wengen, reichte es mir bereits für den zweiten Lauf, allerdings war auch da wieder Schluss. Auf die ersten Weltcup-Punkte wartete ich bis zu meinem 9. Einsatz. Beim Slalom in Kitzbühel 2009 fuhr ich auf den 19. Rang.

 

Mittlerweile startete ich an 43 Weltcup- und an 89 Europacup-Slaloms.  12 Mal reichte es mir im Weltcup für die Top 20, zweimal davon für die Top 10. Der 6. Rang in Madonna di Campiglio 2012 und der 7. Rang in Kranjska Gora 2011 sind dementsprechend auch die bisherigen Highlights meiner Karriere. Zweimal beendete ich die Saison in den Top 30 der Slalom-Weltrangliste, was gleichbedeutend mit der Selektion für das A-Kader von Swiss-Ski war.
Ich konnte mich bisher je zweimal für den Weltcup-Final und für Weltmeisterschaften qualifizieren.  Die Teilnahmen in Garmisch 2011 und Schladming 2013 waren leider nicht von Erfolg gekrönt, allerdings waren es für mich grosse Erlebnisse und ich konnte viele Erfahrungen mitnehmen.

 

Ein wichtiger Punkt meiner Karriere war der erste Slalom Schweizermeistertitel 2010 auf dem Hoch-Ybrig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht damit gerechnet. Ich stagnierte seit einiger Zeit auf Stufe Europacup, als dieser Titel mir den Weg bahnte für einen Schritt nach vorne in der folgenden Saison. Ein weiterer  Slalom Schweizermeistertitel folgte im Jahr 2012 in Veysonnaz.

 

Zurzeit bin ich in der Slalom-Weltrangliste auf dem 22. Rang klassiert, so gut wie noch nie. Ich trainiere hart und richte mein Leben ganz nach dem Sport aus. Ich lebe vom Skirennsport und darf so meinen Traum leben! Dessen bin ich mir bewusst und das weiss ich zu schätzen. Hoffentlich noch viele Jahre und mit vielen schönen Erfahrungen und Erfolgen im Skiweltcup.

(Stand 8. November 2013)

 

Rücktrittsschreiben 2016

 

Als ich letztes Jahr meinen Kaderstatus bei Swiss-Ski verloren hatte, war für mich der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Ich wollte den neuen Weg gehen und mich zusammen mit der World Racing Academy vorbereiten. Auch wenn ich es nicht zurück in die Top 30 des Weltcups geschafft habe, war es der richtige Entscheid. Es war ein anspruchvolles Jahr, verbunden mit viel Aufwand. Es war aber auch ein extrem spannendes und interessantes Jahr, indem ich nochmals viel Freude, Emotionen erleben und viele Erfahrungen machen durfte. Nachdem ich in der Vorbereitung und auch Anfang Saison auf den Ski noch Mühe hatte, kam ich Mitte Winter besser in Form und fuhr im Europacup zum vierten Mal in meiner Karriere aufs Podest. Ich bekam auch im Weltcup drei Chancen, wobei ich die einzig wahre Chance in Kitzbühel mit einem Ausfall in den Sand setzte. Darauf folgte eine längere Rennpause, in der ich mir erstmals richtig Gedanken machte.

Da bekanntlich immer Ende Saison abgerechnet wird, unternahm ich nochmals alles für eine Wende, schaffte diese aber nicht. So entschied ich mich an Ostern für den Rücktritt. Der Entscheid fiel mir nicht leicht. Ich liebe diesen Sport. Auf der anderen Seite überwogen für mich die rationalen Gründe und ich entschied mich für den Neuanfang auf beruflicher Ebene. Sobald ich mich entschieden hatte, war für mich auch klar, dass das der richtige Weg ist.

Der Skisport hat mir extrem viel gegeben. Ich habe unbezahlbare Erfahrungen gemacht, viel über mich selbst gelernt, durfte mein Hobby zum Beruf machen, neue Freunde finden. Es war schlicht eine unglaubliche, unvergessliche Zeit. Aus sportlicher Sicht waren die Highlights die Jahre in den Top 30 des Weltcups, meine zwei WM-Teilnahmen, zwei Schweizermeistertitel und vier Europacup-Podestplätze. Ich absolvierte 63 Weltcup-Rennen, wobei ich 15 mal in die Top 20 und zweimal in die Top 10 fuhr. Das nächst höhere Ziel, ein Podestplatz, und die Teilnahme an Olympischen Spielen konnte ich leider nicht erreichen. Ich habe sportlich gesehen viel richtig gemacht. Es zogen sich aber auch zwei negative Punkte durch meine ganze Karriere: Ich konnte mich nicht genug gut an alle Verhältnisse anpassen und es gelang mir nicht immer optimal die richtige Mischung von Angriff zu finden.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, welche mich auf meinem Weg unterstützt haben. Ohne die grossartige Unterstützung, welche ich erfahren durfte, wäre meine Skikarriere nicht möglich gewesen. Wenn ich jetzt alle aufzähle, dann wäre dieser Text endlos. Trotzdem möchte ich einige erwähnen. Herzlichen Dank an meine Eltern, meine Familie und meine Freundin. Sie standen jederzeit hinter mir und unterstützten mich in allen Belangen. Ich bedanke mich auch herzlich bei meinem Management GFC, bei meinen Ausrüstern Fischersports, Alpina und Leki, sowie bei meinem Hauptsponsor Ochsner-Sport. Vielen Dank auch all meinen ehemaligen Teamkollegen, Betreuer, Trainer und an Swiss-Ski mit seinen Verbandssponsoren.

Und vielen Dank an euch alle, dass ihr mitgefiebert und mich angefeuert habt!

Bis bald am Pistenrand!