Saisonstart


Die Weltcup-Rennen in Levi wurden leider abgesagt, die Saison geht aber trotzdem bald mit den ersten Europacup-Slaloms richtig los.

In den letzten zwei Monaten versuchte ich nochmals alles herauszuholen, um mich optimal auf den Winter vorzubereiten. Mit der WRA trainierte ich oft im Südtirol (Schnalstal, Sulden), ab Ende Oktober kamen auch Trainings mit dem Schweizer Weltcup-Team dazu. Es war super, meine Skikollegen von Swiss-Ski wieder zu sehen und ich wurde sehr gut aufgenommen. Von meinen Leistungen her war ich aber noch nicht dort, wo ich sein will. Nun ist es so und ich arbeite in jedem Training daran bessere Fahrten hinzukriegen.

Zur Vorbereitung für den Weltcup-Slalom in Levi reisten wir nach Kabdalis in Schweden. Kurz nach unserer Ankunft erfuhren wir von der Absage, entschieden uns aber die guten Verhältnisse für Trainings zu nutzen. Die Trainer leisteten tolle Arbeit beim Bewässern der Piste und so konnten wir eine Woche optimal trainieren. Durch die zum Teil längeren Läufe konnten wir auch konditionell einen Akzent setzen, was besonders im Hinblick auf Rennen, welche länger als 55 Sekunden dauern, wichtig ist. An dieser Stelle ein kleiner Einschub welcher nichts mit Sport zu tun hat, solche Trainingcamps aber trotzdem sehr bereichern kann: Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich die Nordlichter beobachten. An unserem Ruhetag sahen wir am Abend, wie sich ein schwaches Nordlicht bildete. Zusammen mit Ramon Zenhäusern lief ich die Piste hoch und genoss bei weniger künstlichem Licht und in erhöhter Lage dieses Wunder der Natur.

Als wir in die Schweiz zurückkamen, entschied ich mich für die Teilnahme an Fis-Rennen in Österreich. Wenn Rennen abgesagt werden, ist das eine Möglichkeit in den Saisonrhythmus reinzukommen und auch Wettkampfabläufe zu testen oder zu optimieren. Natürlich wollte ich auch eine gute Leistung zeigen, was mir aber gründlich misslang. Ich arbeite schon länger daran, dass ich beim Kurvenansatz besser nach vorne über den Aussenski komme. Der konservierte Schnee aus dem letzten Jahr verstärkte dieses Problem noch. Je aggressiver der Schnee reagiert, desto schneller zieht auch der Ski in die Kurve rein. Wenn ich nicht schön nach vorne komme und/oder der Schnee alt oder weich ist, geht es etwas länger. Damit tue ich mich noch schwer.

Für mich und meine Trainer war klar, dass ich reagieren muss, wenn ich bis zum Europacup und Weltcup-Start bereit sein will. Wir nahmen kleine Veränderungen in der Abstimmung vor, welche mich dabei unterstützen sollen, anfangs Schwung den Ski schneller in die Kurve zu bringen. Dazu kam, dass ich die letzten Monate sehr auf die Technik fixiert war und manchmal fast vergass loszulassen, das Limit zu suchen. So versuchte ich, schon im Training meinen Fokus anzupassen. Wenn es mir gelingt, am Start den Kopf auszuschalten (nicht zu verwechseln mit „kopflos“ fahren 😉 ), locker und aktiv zu fahren, kommen die Automatismen aus all den Trainings in der Vorbereitung optimal zum Tragen.
Mit diesen zwei Massnahmen bin ich auf dem richtigen Weg und die Ansätze zeigen, dass der Grundspeed dadurch besser ist. In den nächsten Trainings will ich dieses Gefühl festigen und auch im Angriff stabiler werden.

Nachdem in Are/SWE zu wenig Schnee liegt, werden wir die Europacup-Saison in Hemsedal/NOR starten. Anfang Dezember finden dort die ersten zwei Slaloms statt. Im Vorfeld werden wir in Skandinavien noch drei Tage Training absolvieren können.
Ich freue mich auf die Trainings und vor allem auf die für mich wegweisenden Rennen. Von Druck soll deshalb aber nicht die Rede sein, denn wie ein Trainer mir einmal gesagt hat: „Welcher Druck? Druck hast du nur auf dem Aussenski.“ 😉 Für mich ist wichtig, dass mir gelingt am Start den Kopf auszuschalten und frei anzugreifen. Dann bin ich überzeugt, kann ich erfolgreich in die Saison starten.

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