„Nei ärnsthaft, ich machä nimmä mit“


Gestern habe ich auf Social Media meinen Rücktritt bekannt gegeben. Dafür gab es für meine Verhältnisse viele Likes. Ist das ein gutes Zeichen? Oder heisst das, viele sind froh, dass es soweit ist? Spass beiseite, die vielen positiven Reaktionen haben mich sehr gefreut. Vielen Dank!

Als ich letztes Jahr meinen Kaderstatus bei Swiss-Ski verloren hatte, war für mich der Zeitpunkt noch nicht gekommen. Ich wollte den neuen Weg gehen und mich zusammen mit der World Racing Academy vorbereiten. Auch wenn ich es nicht zurück in die Top 30 des Weltcups geschafft habe, war es der richtige Entscheid. Es war ein anspruchvolles Jahr, verbunden mit viel Aufwand. Es war aber auch ein extrem spannendes und interessantes Jahr, indem ich nochmals viel Freude, Emotionen erleben und viele Erfahrungen machen durfte. Nachdem ich in der Vorbereitung und auch Anfang Saison auf den Ski noch Mühe hatte, kam ich Mitte Winter besser in Form und fuhr im Europacup zum vierten Mal in meiner Karriere aufs Podest. Ich bekam auch im Weltcup drei Chancen, wobei ich die einzig wahre Chance in Kitzbühel mit einem Ausfall in den Sand setzte. Darauf folgte eine längere Rennpause, in der ich mir erstmals richtig Gedanken machte.

Da bekanntlich immer Ende Saison abgerechnet wird, unternahm ich nochmals alles für eine Wende, schaffte diese aber nicht. So entschied ich mich an Ostern für den Rücktritt. Der Entscheid fiel mir nicht leicht. Ich liebe diesen Sport. Auf der anderen Seite überwogen für mich die rationalen Gründe und ich entschied mich für den Neuanfang auf beruflicher Ebene. Sobald ich mich entschieden hatte, war für mich auch klar, dass das der richtige Weg ist.

Der Skisport hat mir extrem viel gegeben. Ich habe unbezahlbare Erfahrungen gemacht, viel über mich selbst gelernt, durfte mein Hobby zum Beruf machen, neue Freunde finden. Es war schlicht eine unglaubliche, unvergessliche Zeit. Aus sportlicher Sicht waren die Highlights die Jahre in den Top 30 des Weltcups, meine zwei WM-Teilnahmen, zwei Schweizermeistertitel und vier Europacup-Podestplätze. Ich absolvierte 63 Weltcup-Rennen, wobei ich 15 mal in die Top 20 und zweimal in die Top 10 fuhr. Das nächst höhere Ziel, ein Podestplatz, und die Teilnahme an Olympischen Spielen konnte ich leider nicht erreichen. Ich habe sportlich gesehen viel richtig gemacht. Es zogen sich aber auch zwei negative Punkte durch meine ganze Karriere: Ich konnte mich nicht genug gut an alle Verhältnisse anpassen und es gelang mir nicht immer optimal die richtige Mischung von Angriff zu finden.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, welche mich auf meinem Weg unterstützt haben. Ohne die grossartige Unterstützung, welche ich erfahren durfte, wäre meine Skikarriere nicht möglich gewesen. Wenn ich jetzt alle aufzähle, dann wäre dieser Text endlos. Trotzdem möchte ich einige erwähnen. Herzlichen Dank an meine Eltern, meine Familie und meine Freundin. Sie standen jederzeit hinter mir und unterstützten mich in allen Belangen. Ich bedanke mich auch herzlich bei meinem Management GFC, bei meinen Ausrüstern Fischersports, Alpina und Leki, sowie bei meinem Hauptsponsor Ochsner-Sport. Vielen Dank auch all meinen ehemaligen Teamkollegen, Betreuer, Trainer und an Swiss-Ski mit seinen Verbandssponsoren.

Und vielen Dank an euch alle, dass ihr mitgefiebert und mich angefeuert habt!

Bis bald am Pistenrand!

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